Für Betreiber und Agenturen · frei zugänglich · geprüft 2026-07-30
KI-Crawler steuern — was wirkt, was nur so aussieht
Drei Schichten, vier Bot-Klassen und ein Stichtag am 15. September 2026. Mit geprüften Tokens statt abgeschriebener Listen.
Das Wichtigste in Kürze
- Cloudflare trennt KI-Verkehr seit dem 1. Juli 2026 in drei Kategorien: Search, Agent und Training — auf allen Tarifen, auch dem kostenlosen.
- Ab dem 15. September 2026 gelten neue Voreinstellungen für neu aufgenommene Domains, und für Bots mit mehreren Zwecken zählt die schärfste zutreffende Regel. Googlebot ist so ein Bot.
- Training sperren kostet keine Zitierbarkeit — das ist die wichtigste und die am häufigsten missverstandene Aussage in diesem Feld. Zwei Ausnahmen sind belegt.
- Mehrere verbreitete Bot-Listen nennen Tokens, die zurückgezogen wurden oder nie existiert haben. Wer sie abschreibt, baut Regeln für Bots, die niemand liest.
- Was jetzt zu tun ist: im Cloudflare-Dashboard nachsehen und den Zustand vor dem Stichtag dokumentieren. Der Check führt dich in sechs Fragen durch.
Der Stichtag: 15. September 2026
Am 1. Juli 2026 hat Cloudflare die pauschale Option «Block AI bots» durch drei Kategorien ersetzt. Search meint jedes Verhalten, das Inhalte sammelt oder indexiert, um später Fragen darüber zu beantworten. Agent meint automatisiertes Handeln in Echtzeit im Auftrag einer Person. Training meint einen Crawler, der Inhalte holt, um ein Modell zu trainieren oder nachzujustieren. Je Kategorie gibt es drei Optionen: auf allen Seiten blocken, nur auf Seiten mit Anzeigen blocken, oder nicht blocken.
Zum 15. September ändern sich zwei Dinge, und sie werden regelmässig verwechselt. Erstens gelten für neu aufgenommene Domains neue Voreinstellungen: Search erlaubt, Training und Agent auf Seiten mit Anzeigen geblockt. Zweitens werden Bots mit mehreren Zwecken nach der schärfsten zutreffenden Regel behandelt. Googlebot, Applebot und Bingbot crawlen jeweils für Suche und Training mit demselben Bot — wer Training blockt, kann sie damit mittreffen.
Der Mechanismus dahinter ist der eigentliche Punkt dieses Guides: ein Schalter, der technisch durchsetzt (Schicht 3), wird an eine Kategorisierung gebunden, die die meisten mit Schicht-1-Denken bedient haben. «Ich sperre Training» hiess in robots.txt immer nur: ich bitte darum. Im Bot-Management heisst es: ich lasse nicht durch.
Eine offene Stelle, die hier nicht weggeschrieben wird
Cloudflare schreibt zum 15. September: «the defaults will be enforced by the most restrictive applicable rules». Dieser Satz steht im Zusammenhang der neuen Voreinstellungen für neu aufgenommene Domains.
Ein Teil der Berichterstattung liest daraus eine Regel, die jeden trifft, der Training sperrt — auch über den alten Sammelschalter und auch in Bestandszonen. Beide Lesarten sind vertretbar. Die Dokumentation zu AI Crawl Control führt weder den alten Schalter noch die Behandlung von Mehrzweck-Crawlern, entscheidet die Frage also auch nicht.
Was daraus folgt, ist in beiden Lesarten dasselbe: nachsehen statt verlassen. Prüfe deine Einstellung im Dashboard und dokumentiere den Zustand vor dem 15. September. Wer die schärfere Lesart annimmt und nachsieht, verliert nichts. Wer die mildere annimmt und nicht nachsieht, erfährt es am Traffic.
Drei Schichten — und fast jeder Fehler ist eine Verwechslung
Wer über KI-Crawler spricht, spricht über drei verschiedene Dinge. Sie greifen an verschiedenen Stellen, sie sind unterschiedlich verbindlich, und sie können sich widersprechen.
| Schicht | Werkzeug | Wirkt | Verbindlichkeit |
|---|---|---|---|
| 1 Zugriff | robots.txt (RFC 9309) | vor dem Abruf | Bitte |
| 2 Nutzung | Content-Signal / AIPREF | nach dem Abruf | Bitte, und noch nicht standardisiert |
| 3 Durchsetzung | WAF / Bot-Management | vor dem Abruf | technisch |
Was Schicht 1 nicht kann
Verhindert keine Indexierung und schützt keine Daten. RFC 9309 sagt es selbst: «These rules are not a form of access authorization.»
Was Schicht 2 nicht kann
Sagt, was mit dem Inhalt erlaubt ist, nachdem er geholt wurde — durchsetzen kann es nichts. Der IETF-Draft trägt an mehreren Stellen den Vermerk, dass noch kein Konsens besteht.
Was Schicht 3 nicht kann
Wirkt wirklich — und trifft deshalb auch, was du nicht treffen wolltest. Genau hier entsteht der Konflikt am 15. September 2026.
Vier Wirkungsklassen statt einer Bot-Liste
Eine alphabetische Liste von Bots sagt nichts darüber, was ein Disallow kostet. Entscheidend ist, was der Bot tut. Alle Tokens unten sind gegen die Dokumentation ihrer Betreiber geprüft, Stand 2026-07-30.
Retrieval — Zitierbarkeit
Diese Bots bauen den Index, aus dem KI-Antworten ihre Quellen ziehen. Wer hier sperrt, verschwindet aus den Antworten, unabhängig vom Google-Ranking.
OAI-SearchBot · Claude-SearchBot · PerplexityBot · Bingbot · Applebot
Nutzerinitiiert — jemand fragt gerade nach dir
Kein Crawling auf Vorrat: diese Agenten holen eine Seite genau dann, wenn ein Mensch im Chat danach fragt. Sperren heisst, sich aus einem Gespräch zu entfernen, das bereits um dich geht.
ChatGPT-User · Claude-User · Perplexity-User
Training — hier liegt die Entscheidung
Modelltraining. Das ist die einzige Klasse, in der es wirklich etwas zu entscheiden gibt — und die Entscheidung ist unabhängig von den anderen drei.
GPTBot · ClaudeBot · Google-Extended · Applebot-Extended · meta-externalagent · Amazonbot · CCBot
Link-Vorschau — weder Crawler noch KI
Holen nur die Open-Graph-Tags für die Kartenvorschau in Chats und Feeds. Sperren bricht sichtbar geteilte Links.
facebookexternalhit · Twitterbot · LinkedInBot · Slackbot-LinkExpanding · WhatsApp · TelegramBot · Discordbot
Diese Tokens existieren nicht
Claude-Web · anthropic-ai · OpenAI-SearchBot
Sie stehen in verbreiteten Anleitungen und haben keine Wirkung. Die ersten zwei hat Anthropic zurückgezogen; das dritte hat es nie gegeben — korrekt ist OAI-SearchBot.
Diese zwei sind gar keine Crawler
Google-Extended · Applebot-Extended
Reine Steuerungs-Tokens. Google schreibt zu Google-Extended, es habe «keinen eigenen HTTP-User-Agent-String, das robots.txt-Token wird in steuernder Funktion verwendet». Apple hält zu Applebot-Extended fest, es crawle keine Webseiten. Beide regeln nachträglich, was der jeweilige echte Crawler mit dem bereits Geholten tun darf. In einer Retrieval-Klasse sind sie wirkungslose Deko.
Vier Tokens, die verbreitet in der falschen Klasse stehen
Praktische Folge: wer Training mit einer solchen Liste sperrt, sperrt einen Discovery-Crawler aus und verfehlt gleichzeitig das echte Trainings-Token.
Diffbot
Verbreitet geführt als: Training
Retrieval. Der Betreiber schreibt wörtlich, man crawle Seiten nicht, um generative Foundation-Models zu trainieren, sondern damit Seiten gefunden und zitiert werden. Ein zweites Token `Diffbot-User` ist nutzerinitiiert und fehlt in den meisten Listen ganz.
cohere-ai
Verbreitet geführt als: Training
Nutzerinitiiert. Coheres eigentliches Trainings-Token heisst `cohere-training-data-crawler` und fehlt fast überall. Belegt ist das nur sekundär — die in der User-Agent-Zeile genannte Adresse cohere.ai/bot.html liefert 404.
FacebookBot
Verbreitet geführt als: Meta-Training
In Metas aktueller Dokumentation nicht auffindbar. Meta führt fünf Tokens, und der KI-Trainings-Crawler darunter ist `meta-externalagent`. «Nicht auffindbar» ist ein Prüfergebnis über die Dokumentation — kein Beweis, dass es das Token nicht gibt.
Bytespider
Verbreitet geführt als: Training
Keine Betreiberdokumentation auffindbar. Sekundärquellen berichten übereinstimmend, dass robots.txt nicht befolgt wird. Eine Sperre steuert dort womöglich nichts.
Training sperren kostet keine Zitierbarkeit
Das ist die Aussage, aus der sich fast alle Fehlkonfigurationen erklären. Training und Zitierbarkeit laufen über verschiedene Bots. Wer ClaudeBot und GPTBot sperrt, aber Claude-SearchBot und OAI-SearchBot offen lässt, verschwindet nicht aus KI-Antworten — er verschwindet nur aus den Trainingsdaten.
Umgekehrt gilt dasselbe und ist teurer: wer pauschal alles sperrt, was «KI» im Namen trägt, nimmt sich aus den Antworten heraus, in denen er sonst als Quelle erschienen wäre. Das kostet Sichtbarkeit, ohne am Training etwas zu ändern, wenn der Inhalt anderswo offen liegt.
Zwei belegte Ausnahmen
Bing lässt sich nicht trennen. Bei Microsoft sind Retrieval und Training über robots.txt gar nicht auseinanderzuhalten — es gibt kein separates Trainings-Token. Microsoft schreibt: Inhalt ohne NOCACHE- und ohne NOARCHIVE-Tag kann in Bing-Chat-Antworten erscheinen, und Seiteninhalt kann für das Training generativer Modelle verwendet werden. Der einzige Hebel ist das Meta-Tag `<meta name="bingbot" content="noarchive">`, nicht die robots.txt.
Bei Apple wird der Hebel übersehen. Apple hält fest, dass von Applebot gecrawlte Daten auch zum Training von Apple-Foundation-Models dienen können. Der Hebel dagegen heisst `Applebot-Extended` und existiert — wer nur die üblichen drei Trainings-Tokens sperrt und ihn vergisst, trainiert weiter.
Drei Regeln, die man kennen muss
1. Die Sternchen-Gruppe ist Fallback, nicht Vererbung
Ein Bot, für den eine eigene Gruppe existiert, liest die Sternchen-Gruppe nicht mehr. Jede Spezialgruppe muss ihre Disallow-Zeilen deshalb selbst wiederholen — sonst hat der Bot mit eigener Gruppe mehr Rechte als alle anderen. RFC 9309 regelt daneben einen zweiten Fall, der oft damit verwechselt wird: passen mehrere Gruppen auf denselben Bot, müssen ihre Regeln kombiniert werden. Und die Logik «die spezifischste Regel gewinnt» ist keine Vorgabe der RFC, sondern Googles dokumentierte Umsetzung — bei anderen Crawlern kann man sich darauf nicht verlassen. Mehrere User-agent-Zeilen direkt hintereinander bilden übrigens eine einzige Gruppe; das ist der kompakte und korrekte Weg.
2. Disallow ist kein noindex
Disallow verbietet das Crawlen, nicht das Indexieren. Gesperrte Seiten landen über externe Links trotzdem im Index. Und wer eine Seite mit noindex-Meta zusätzlich per Disallow sperrt, verhindert genau die Deindexierung, die er wollte — der Crawler darf die Seite nicht mehr holen und sieht das noindex nie. Wer aus dem Index will, setzt noindex und lässt die Seite crawlbar.
3. Die Präfix-Falle
Kurzformen als Gruppennamen treffen mehr, als du denkst — und manchmal genau das Falsche. Eine Gruppe `Claude` in der Trainings-Sperre trifft `Claude-SearchBot` und `Claude-User` und lässt `ClaudeBot` offen. Das ist exakt die Inversion der Absicht: das Training läuft weiter, die Zitierbarkeit ist weg. Immer volle Tokens schreiben.
# Falsch — trifft Retrieval und lässt Training offen:
User-agent: Claude
Disallow: /
# Richtig — nennt das Trainings-Token vollständig:
User-agent: ClaudeBot
Disallow: /Was robots.txt nicht durchsetzt
Cloudflare formuliert es in der eigenen Dokumentation unmissverständlich: «robots.txt compliance is voluntary. The file expresses your preferences, but it does not prevent crawlers from accessing your content at a technical level.» Nichtbefolgung ist dabei eine Eigenschaft des Betreibers, nicht der Wirkungsklasse — deshalb ist die Liste unten nach Betreiber sortiert.
Perplexity schreibt zu `Perplexity-User`, dass robots.txt-Regeln generell ignoriert werden. Ein Disallow ist dort eine Absichtserklärung, keine Massnahme.
Meta formuliert für `facebookexternalhit` und `meta-externalfetcher`, dass robots.txt umgangen werden kann.
Slack hält zu `Slackbot-LinkExpanding` fest: robots.txt-Dateien werden derzeit nicht befolgt.
OpenAI formuliert für `ChatGPT-User` nur einen Vorbehalt — die Regeln greifen möglicherweise nicht, weil der Abruf nutzerinitiiert ist. Das ist keine angekündigte Nichtbefolgung.
Anthropic dokumentiert umgekehrt für alle drei Tokens ausdrücklich robots.txt-Konformität. Ein Disallow für `Claude-User` ist also sehr wohl eine Massnahme.
Content-Signal, use= und der Stand der Standardisierung
Die zweite Schicht sagt nicht, ob jemand deine Seite holen darf, sondern was er danach damit tun darf. Cloudflare hat dafür am 24. September 2025 die Content Signals Policy unter CC0 veröffentlicht: drei Signale in einer Zeile in der robots.txt. Das Signal search steht für den Aufbau eines Suchindex, ai-input für die Verwendung als Eingabe in ein KI-Modell, ai-train für Training und Feinabstimmung. Der Wert yes erlaubt, no verbietet, und ein fehlendes Signal heisst: keine Präferenz geäussert.
Verbreitet ist inzwischen ein vierter Parameter, use= mit den Werten immediate, reference und full. Das ist kein Standard, sondern eine Cloudflare-Erweiterung. Die IETF-Arbeitsgruppe AIPREF arbeitet parallel an einem eigenen Vokabular; der Draft vom 28. April 2026 kennt genau zwei Kategorien — train-ai und search — mit den Werten y und n, und trägt an mehreren Stellen den Vermerk, dass noch kein Konsens besteht.
Praktische Folge: Schicht 2 ist real nutzbar, aber sie ist eine Absichtserklärung in einem noch nicht ausgehandelten Vokabular. Wer sie setzt, sollte wissen, dass zwei verschiedene Fassungen im Umlauf sind — und dass keine davon technisch durchsetzt.
# Content Signals Policy, drei Signale:
User-agent: *
Content-Signal: search=yes, ai-input=yes, ai-train=no
Allow: /Wann ein Trainingsblock nichts sichert
Bevor du Training sperrst, prüfe, wo der schützenswerte Inhalt tatsächlich steht — und ob er anderswo offen liegt. Zwei Muster tauchen dabei immer wieder auf.
Erstens: Der Inhalt steht auf einer anderen Domain, die keine Bot-Regeln führt. Eine Sperre auf der eigenen Seite entfernt dann nur die Attributionsspur, während der Trainings-Crawler die Inhalte am Ursprung holt. Man verliert die Zuordnung und schützt nichts.
Zweitens: Der Inhalt steht nicht dort, wo gesperrt wird. Ein Disallow auf einem Verzeichnis hilft nicht, wenn derselbe Kern in einer Übersichtsseite, einem Blogartikel oder einer llms-full.txt ausformuliert daneben liegt.
Warum das mehr als ein Schönheitsfehler ist: Es entsteht ein Artefakt, das eine Zusicherung stützt, die materiell nicht trägt. Das ist schlechter als ein offener Widerspruch, weil sich jemand darauf verlässt.
Ein echter Fall, nachgelesen
Regel 1 lässt sich an einem konstruierten Beispiel zeigen — oder an einer Datei, die gerade ausgeliefert wird. Abgerufen am 2026-07-30 von patreon.com/robots.txt . Regel 1 lässt sich an einem konstruierten Beispiel zeigen — oder an einer Datei, die gerade ausgeliefert wird. Es handelt sich um eine von Cloudflare verwaltete robots.txt mit 94 Zeilen. Sie trägt drei Content-Signal-Zeilen mit zwei verschiedenen Vokabularen:
| Zeile | Gruppe | Direktive |
|---|---|---|
| 30 | User-agent: * | Content-Signal: search=yes,ai-train=no,use=reference |
| 89 | User-agent: PetalBot | Content-Signal: search=yes, ai-input=yes, ai-train=no |
| 92 | User-agent: TikTokSpider | Content-Signal: search=yes, ai-input=yes, ai-train=no |
Die Sternchen-Gruppe äussert gar keine Präferenz zu ai-input und führt use=reference. Die beiden Spezialgruppen äussern ai-input=yes und führen kein use=. Eine Datei, ein Generator, zwei Fassungen.
PetalBot und TikTokSpider haben eigene Gruppen. Die Signale aus der Sternchen-Gruppe gelten für sie deshalb nicht — die Wiederholung je Gruppe ist keine Redundanz, sondern Voraussetzung dafür, dass die Aussage überhaupt greift.
Was daraus folgt: Wer wissen will, was seine Domain aussagt, liest die Datei. Der Schalter im Dashboard sagt es nicht.
Warum die Fassungen abweichen, ist nicht dokumentiert. Beschrieben ist hier nur, was in der Datei steht — niemandem wird eine Absicht oder ein Fehler zugeschrieben. Momentanstand, kann sich jederzeit ändern.
Was wir selbst gemacht haben
Wir liefern acht Domains aus einem Deployment aus. Die robots.txt entsteht pro Domain im Code, mit den vier Wirkungsklassen als Gruppen — dieselbe Struktur, die dieser Guide beschreibt, und derselbe Code, der im Check daneben die Vorlage erzeugt.
Unser Entscheid: Training erlaubt. Alle acht Sites tragen Inhalte, die für uns werben, kein Kundeninventar. Diese Inhalte sollen in das Wissen eingehen, aus dem Modelle über Schweizer KI-Anbieter sprechen. Das ist eine Geschäftsentscheidung, keine technische — bei Kundendaten oder bezahltem Inventar fiele sie anders aus.
Zusätzlich sprechen wir es seit dieser Fassung als Nutzungspräferenz aus: `Content-Signal: search=yes, ai-input=yes, ai-train=yes`. Vorher war die Erlaubnis nur die Abwesenheit einer Sperre. Cloudflares `use=`-Parameter setzen wir nicht — er ist kein Standard, und die eigene Datei soll dem Guide nicht widersprechen.
Der teuerste Fehler der Vorversion: `/_next/` stand auf Disallow. Von dort liefert Next.js CSS und JavaScript aus. Googlebot konnte die Seiten nicht rendern und sah unformatierte Skelette. Ein Test hält diesen Fall jetzt fest — samt einer Kontrolle, die absichtlich eine kaputte Variante durch dieselbe Prüfung schickt und rot werden muss. Eine Prüfung, die nie etwas findet, belegt nichts.
Nachlesbar ist das an digital-opua.ch/robots.txt.
Häufige Fragen
Sperrt Cloudflare ab dem 15. September 2026 automatisch Googlebot?
Nein — nicht von sich aus. Betroffen ist nur, wer Training sperrt, denn Googlebot crawlt für die Suche und fürs Training mit demselben Bot. Wie weit die Regel reicht, ist allerdings offen: Cloudflares Formulierung steht im Zusammenhang der Voreinstellungen für neu aufgenommene Domains, Teile der Berichterstattung lesen eine Regel für alle. Deshalb gilt: im Dashboard nachsehen und den Zustand vor dem Stichtag dokumentieren.
Reicht robots.txt, um KI-Crawler zu blockieren?
Nein. robots.txt ist eine Bitte, keine Sperre. Cloudflare formuliert es in der eigenen Dokumentation deutlich: die Einhaltung ist freiwillig, die Datei drückt Präferenzen aus und verhindert den Zugriff technisch nicht. Mehrere Betreiber dokumentieren ausdrücklich, dass sie robots.txt für bestimmte Agenten nicht befolgen. Technisch durchsetzen lässt sich Zugriff nur über eine WAF oder Bot-Management.
Verliere ich Sichtbarkeit in KI-Antworten, wenn ich Modelltraining sperre?
Grundsätzlich nein — Training und Zitierbarkeit laufen über verschiedene Bots. Wer Training sperrt und Retrieval offen lässt, bleibt zitierfähig. Zwei Ausnahmen sind belegt: bei Bing sind beide Zwecke über robots.txt gar nicht trennbar, und bei Apple braucht es zusätzlich Applebot-Extended, das häufig vergessen wird.
Muss ich Google-Extended sperren, um aus den AI Overviews zu verschwinden?
Damit erreichst du das nicht. Google-Extended ist gar kein Crawler, sondern ein reines Steuerungs-Token, und Google dokumentiert, dass es weder die Aufnahme in die Suche noch das Ranking beeinflusst. Die AI Overviews laufen über Googlebot und sind über robots.txt nicht separat abwählbar.
Ist Content-Signal ein offizieller Standard?
Nein. Die Content Signals Policy ist eine von Cloudflare unter CC0 veröffentlichte Konvention mit drei Signalen. Der zusätzlich verbreitete Parameter use= mit den Werten immediate, reference und full ist eine Cloudflare-Erweiterung. Die IETF-Arbeitsgruppe AIPREF arbeitet an einem eigenen Vokabular, das im Draft vom 28. April 2026 nur zwei Kategorien mit den Werten y und n kennt und an mehreren Stellen vermerkt, dass noch kein Konsens besteht.
Welche Bot-Tokens kann ich aus meiner robots.txt streichen?
Alle, deren Betreiber sie nicht selbst dokumentiert. Ein Bot, der nicht namentlich genannt wird, fällt in die Sternchen-Gruppe und hat dort exakt dieselben Rechte — Streichen kostet also keinen Zugriff. Lange, voneinander abgeschriebene Listen veralten dagegen schneller, als sie gepflegt werden, und enthalten regelmässig Tokens, die zurückgezogen wurden oder nie existiert haben.
Selbst prüfen oder prüfen lassen
Der Check beantwortet in sechs Fragen, ob dein Setup vor dem 15. September Handlungsbedarf hat. Deine Antworten verlassen den Browser nicht, und am Ende steht eine robots.txt zum Kopieren.
Den Guide als PDF mitnehmen
Dieselben Inhalte wie oben, als Dokument — praktisch, wenn du das mit jemandem durchgehen willst, der nicht am Bildschirm sitzt. Der Volltext bleibt frei zugänglich; das PDF ist die bequemere Fassung, nicht die vollständigere.
Quellen
Ausschliesslich Primärquellen: Betreiberdokumentation und Standards. Das Datum ist jeweils unser Prüfdatum, nicht das Publikationsdatum. Bot-Tokens und Anbieterregeln ändern sich — wer diesen Guide später liest, sollte die Tokens gegen die verlinkten Quellen nachziehen.
- Your site, your rules: new AI traffic options for all customers
Cloudflare, 1. Juli 2026 · geprüft 2026-07-30
«the defaults will be enforced by the most restrictive applicable rules»
- New options to manage AI traffic
Cloudflare Changelog, 1. Juli 2026 · geprüft 2026-07-30
- robots.txt setting (Managed robots.txt)
Cloudflare Docs · geprüft 2026-07-30
«robots.txt compliance is voluntary. The file expresses your preferences, but it does not prevent crawlers from accessing your content at a technical level.»
- Manage AI crawlers
Cloudflare AI Crawl Control Docs · geprüft 2026-07-30
- RFC 9309 — Robots Exclusion Protocol
Koster, Illyes, Zeller, Sassman (Google), September 2022 · geprüft 2026-07-30
«If there is more than one group matching the user-agent, the matching groups' rules MUST be combined into one group»
- A Vocabulary For Expressing AI Usage Preferences (Internet-Draft)
IETF AIPREF, Keller (Open Future) / Thomson (Mozilla), 28. April 2026 · geprüft 2026-07-30
«This section does not yet have consensus»
- Overview of OpenAI crawlers
OpenAI Developer Docs · geprüft 2026-07-29
- Does Anthropic crawl data from the web?
Anthropic Support · geprüft 2026-07-29
- PerplexityBot
Perplexity Docs · geprüft 2026-07-29
- Google crawlers and fetchers
Google Search Central · geprüft 2026-07-29
«doesn't have a separate HTTP request user agent string … the robots.txt user-agent token is used in a control capacity»